Demenz: Rat und Hilfe für Angehörige

Wenn der Partner oder ein anderes Familienmitglied an Demenz erkrankt, ist dies nicht nur für den Betroffenen ein Schock. Auch Sie als Angehörige müssen sich mit dem Gedanken vertraut machen, dass die bevorstehenden Jahre anders verlaufen werden, als Sie es sich vorgestellt haben. Mit der richtigen Unterstützung können Sie sich die Pflege jedoch erleichtern. Holen Sie sich in jedem Fall rechtzeitig Hilfe.

So sprechen Sie das Thema Demenz richtig an

Sollten Sie den Eindruck haben, dass Ihr Angehöriger übermäßig vergesslich ist, sodass vielleicht bereits gefährliche Situationen dadurch entstanden sind, ist es höchste Zeit, über einen Besuch beim Arzt zu sprechen. Machen Sie dem Betroffenen deutlich, dass Untersuchungen notwendig sind, um schnell Sicherheit zu bekommen. Je früher die Diagnose feststeht, umso besser stehen die Chancen, die Lebensqualität zu verbessern. Handelt es sich um eine sekundäre Demenz oder eine andere Krankheit, kann der Arzt etwas unternehmen, um die Symptome zu reduzieren oder zu beseitigen. Ist es eine andere Form der Demenz, gibt es viele Möglichkeiten, den Verlauf zu verlangsamen. Ermutigen Sie Ihren Angehörigen, sich seines Gesundheitszustandes zu vergewissern und betonen Sie die Vorteile einer Diagnose.

Helfen Sie, die Diagnose Demenz zu verarbeiten

Gerade zu Beginn der Erkrankung müssen Sie mit Ihrem erkrankten Angehörigen darüber sprechen, wie der Alltag weiter verlaufen soll und wie der Betroffene gepflegt werden möchte, wenn er selbst nicht mehr darüber entscheiden kann. Sprechen Sie darüber ganz normal, wie Sie es bei anderen Planungen auch tun. Mag der Demenzkranke nicht über seine Krankheit sprechen, versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal. Manchmal braucht es viel Geduld, bis der Betroffene seine Krankheit akzeptieren kann. Weigert er sich dennoch weiterhin, legen Sie einige Broschüren auf den Tisch, vielleicht zusammen mit anderen Zeitschriften, die Ihr Angehöriger gern liest. Möglicherweise greift er eher zu den Informationen, wenn er sich nicht beobachtet fühlt.

Umgang mit Demenzkranken

Auch wenn die geistigen und sozialen Fähigkeiten im Verlauf der Erkrankung nachlassen, sollten Sie Ihrem Angehörigen stets mit Respekt begegnen. Seine Gefühlswelt muss besonders behutsam beachtet werden, vor allem, wenn er sich nicht mehr mit Worten ausdrücken kann. Pflegen Sie Ihr Familienmitglied selbst, beziehen Sie ihn in häusliche Tätigkeiten mit ein und loben Sie ihn, wenn etwas gelingt. Geht etwas zu Bruch oder misslingt eine Aktion, gehen Sie nicht weiter darauf ein. Denken Sie immer daran, dass die Krankheit daran schuld ist und nicht der Mensch! Nehmen Sie Ihren Angehörigen auch öfter mal in die Arme oder berühren Sie ihn. So spürt er Ihre Zuneigung deutlicher und fühlt sich trotz seiner Defizite akzeptiert und geliebt.

Pflegekurse für Angehörige

Sollten Sie Probleme mit verschiedenen Pflegesituationen haben, können Sie sich an Ihre Krankenkasse wenden und nach einem Pflegekurs in Ihrer Nähe fragen. Auch bei Pflegestützpunkten erhalten Sie Adressen für Seminare. Pflegeheime und Wohlfahrtsverbände bieten zum Beispiel Kurse an. Hier können Sie nicht nur Informationen zur Pflege selbst bekommen, sondern auch Tipps, wie Sie Ihren Alltag leichter gestalten können und wie Sie Anträge stellen. Sie erhalten psychologische Unterstützung und rechtliche Hinweise. Oft werden diese Kurse kostenlos angeboten oder von der Pflegekasse bezahlt. Erkundigen Sie sich vorher, welche Inhalte der Kurs vermittelt.

 

Angebote für pflegende Angehörige

Die pflegenden Angehörigen haben mehrere Möglichkeiten, von anderen beraten oder unterstützt zu werden. So umfassen die örtlichen Alzheimer-Gesellschaften, Alzheimer-Selbsthilfegruppen oder Alzheimer-Beratungsstellen ein breites Spektrum an Angeboten. Zur Verfügung steht auch ein Alzheimer-Telefon oder ein Alzheimer-Forum und geschlossene Mailinglisten. So kann man von verschiedenen Angehörigengruppen begleitet oder durch Angebote wie Einzel- oder Gruppenbetreuung stundenweise entlassen werden. Die Teilhabe am normalen Leben wird dadurch ermöglicht, dass man an organisierten Ausflügen oder Tanznachmittagen teilnehmen kann. Es besteht auch die Möglichkeit, einen betreuten Urlaub zu nehmen. Die übergeordnete Organisation ist die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft e.V. 



Erfahren Sie hier mehr über Hilfe für Demenzkranke

Wenn ein Familienmitglied an Demenz erkrankt, ist dies nicht nur für den Betroffenen ein Schock. Der Ratgeber Demenz hilft Angehörigen bei der Herausforderung Demenz und bietet wichtige Hilfen und Tipps rund um Alzheimer und Demenz.

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