Rat & Hilfe für Demenzkranke

Wer zum ersten Mal erfährt, dass er unter einer Demenz leidet, fühlt sich zunächst häufig hilflos und verzweifelt. Dennoch werden Sie meist mehr vom Leben genießen können, als Sie sich zunächst vorstellen. In den ersten Jahren können Sie - je nach Form der Demenz - viele Aktivitäten beibehalten. Tauschen Sie sich auch mit anderen Betroffenen aus, damit Sie merken, dass Sie mit dieser Krankheit nicht allein leben müssen.

Umgang mit der Diagnose

Völlig überraschend wird die Diagnose Demenz nicht immer sein, denn Sie werden sicher auffällige Symptome gehabt haben, die Sie zum Arzt führten. Dennoch ist es ein Schock, wenn sich die Diagnose bestätigt. Die meisten Demenzen lassen sich bis auf die sekundäre Demenz nicht heilen. Der Verlauf der Krankheit kann jedoch mithilfe von Medikamenten und vielen anderen Maßnahmen hinaus geschoben und Symptome gelindert werden. In den ersten Jahren können Sie den Alltag und Ihre Hobbys beibehalten und sollten versuchen, diese bewusst zu genießen. Die erste Phase der Demenz ist auch die Zeit, in der Sie gemeinsam mit Ihrer Familie oder einem Partner planen sollten, wie Ihr Leben weiter verlaufen soll, wenn Sie selbst keine Entscheidungen mehr treffen können.

Hilfe finden und annehmen

Neben einer medikamentösen Unterstützung finden Sie in etlichen Therapieformen weitere Möglichkeiten, besser mit der Demenz umzugehen und Ihre vorhandenen Fähigkeiten so lange wie möglich beizubehalten. Ob Ergotherapie, Musiktherapie, Verhaltenstherapie, kognitives Training oder Autobiografisches Arbeit: All diese Maßnahmen können Ihnen helfen, den Alltag leichter zu gestalten. Hilfreich sind auch Selbsthilfegruppen, in denen Sie sich mit anderen Betroffenen austauschen können. Sicher können Sie sich gegenseitig Tipps geben, um verschiedene Schwierigkeiten zu überwinden. Zudem werden Sie sich in einer Gruppe mit Betroffenen weniger allein mit Ihrer Krankheit fühlen.

Aktiv bleiben trotz Demenz

Die Diagnose Demenz soll Sie nicht davon abhalten, Ihren gewohnten Tätigkeiten nachzugehen. Bleiben Sie in Ihrem Beruf, solange dies möglich ist. Behalten Sie Ihre Hobbys bei, sofern keine gefährlichen Situationen entstehen können. Bitten Sie gegebenenfalls einen Freund darum, Ihnen zur Seite zu stehen, falls es, zum Beispiel bei sportlichen Aktivitäten, Probleme geben sollte. Sollten Sie Ihren Lieblingssport nicht mehr ausführen können, suchen Sie sich auf andere Weise Bewegung. Körperliche Betätigung fördert Ihr Wohlbefinden und unterstützt auch Ihre noch vorhandenen geistigen Leistungsfähigkeiten.

Tipps bei fortschreitender Demenz

Sollte sich Ihre Vergesslichkeit ausweiten, sodass dies bedrohliche Folgen haben kann, zum Beispiel ein Brand durch ein nicht ausgestelltes Bügeleisen, legen Sie sich technische Hilfsmittel zu. Dazu gehören Haushaltsgeräte, die sich von allein abschalten, wenn sie eine Weile nicht mehr bewegt werden. In jedem Raum sollten Rauchmelder angebracht sein. Außerdem sollten Sie sich ein Handy zulegen, das leicht zu bedienen ist. Wenn Sie sich öfter verlaufen, besorgen Sie sich ein Ortungssystem, damit Ihre Angehörigen Sie schnell wieder finden und Sie nach Hause holen können. Wichtig ist auch ein Ausweis, der andere Menschen über Ihre Krankheit informiert, damit sie Ihnen helfen können.

Erfahren Sie hier mehr über die rechtliche Absicherung bei Demenz

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