Diagnose Demenz: Wie wird Demenz festgestellt?

Eine Demenz ist anfangs nicht immer leicht zu erkennen, da die Anzeichen auch von anderen Erkrankungen verursacht werden können. Es sollten daher verschiedene Testverfahren zum Einsatz kommen, um eine gesicherte Diagnose zu erreichen.

Erste Anzeichen erkennen

Eine Demenz kann recht unterschiedliche erste Symptome zeigen, da es verschiedene Formen der Erkrankung gibt. So können je nach Ursache der Demenz zum Beispiel Vergesslichkeit, Orientierungsprobleme, verlangsamtes Denken, Erinnerungslücken, Gefühlverarmung oder auch Muskelzuckungen auftreten. Im Vordergrund steht meist der Verlust der geistigen und sozialen Fähigkeiten. Sollte die Vergesslichkeit zur ständigen Begleiterin werden und sogar gefährliche Situationen verursachen, ist es höchste Zeit, sich untersuchen zu lassen.

Demenz Testverfahren

Einen einfachen Test kann man bereits zuhause durchführen: den Uhrentest. Er kann jedoch keine ärztliche Untersuchung ersetzen und bestenfalls eine grobe Einschätzung darstellen. So funktioniert der Uhrentest: Auf einem Blatt Papier wird ein Kreis gemalt. Der Patient bekommt gesagt, wo oben und unten ist, bevor er das Ziffernblatt einzeichnet. Dann muss er mit Zeigern bestimmte Uhrzeiten zeichnen. Jeder Fehler zählt als Minuspunkt. Bereits ab drei Minuspunkten könnte eine Demenz vorliegen.

Beim Arzt werden mithilfe des sogenannten Mini Mental Status Test (MMST) die wichtigsten Hirnleistungen überprüft, zum Beispiel Datum und Ort des aktuellen Aufenthalts. Weitere Übungen sind Rechnen, Buchstabieren, Sätze nachsprechen, Befehle in der richtigen Reihenfolge ausführen und Zeichnen einfacher Figuren. Schneller als dieser Test ist der Dem-Tect-Test, der allerdings die Leistungen durch den Gesichtssinn vernachlässigt, sodass nicht überprüft wird, ob der Erkrankte Formen oder Muster nachbilden kann. Geprüft werden zum Beispiel die Merkfähigkeit und der Umgang mit Ziffern und Zahlenfolgen. Das Ergebnis wird altersabhängig bewertet.

Ausschluss anderer Erkrankungen mit demenzartigen Symptomen

Besteht ein Verdacht auf eine Demenz, wird der Arzt weitere Untersuchungen durchführen, um andere Erkrankungen auszuschließen, die ebenfalls demenzartige Symptome auslösen können. Steht der Verdacht auf eine Demenzerkrankung fest, kann man versuchen, mithilfe einer Computertomografie (CT) und einer Magnetresonanztomografie (MRT) auffällige Lücken im Gehirn zu entdecken. Das bringt jedoch erst bei fortgeschrittener Demenz ein Ergebnis, da anfangs die Lücken noch nicht sichtbar sind. Mit sogenannten Psychometrischen Testungen kann der Arzt jedoch den Stand der geistigen Leistungsfähigkeiten testen, die einen ersten Hinweis auf eine Demenz geben können.

Warum eine Diagnose so wichtig ist 

Ob der Betroffene nur ein wenig schusselig oder tatsächlich dement ist: Die Symptome sollten unbedingt abgeklärt werden. Besteht keine Demenz, bedeutet dies für den Patienten eine riesige Erleichterung und er muss nicht weiter mit der Unsicherheit leben, schwer erkrankt zu sein. Bestätigt sich die Diagnose, hat er den Vorteil, möglichst früh zu wissen, woran er ist. Je eher die Demenz behandelt wird, desto besser lässt sich die Erkrankung hinauszögern. Außerdem kann der Patient anfangs noch selbst bestimmen, was mit ihm geschehen soll, wenn er später nicht mehr in der Lage zu eigenständigen Entscheidungen ist. Bei einer sekundären Demenz werden die Symptome durch andere Erkrankungen verursacht und können therapiert werden, sodass die demenzartigen Probleme verschwinden oder gelindert werden.

Fehldiagnose Demenz

Um eine Fehldiagnose zu vermeiden, sollten im Zweifel mehrere Fachärzte aufgesucht werden. Die erste Anlaufstelle ist der Hausarzt. Er wird den Betroffenen entweder an einen Neurologen, Psychiater oder noch besser an eine Demenzambulanz überweisen. Etliche Krankheiten haben für Laien oft ähnliche Symptome wie eine Demenz, zum Beispiel Depressionen, Bewusstseinsstörungen, Diabetes, Schädelhirnverletzungen, Alkoholsucht und Stoffwechselstörungen. Diese Erkrankungen müssen natürlich ganz anders behandelt werden, daher sollte man sich nicht mit der Diagnose eines einzelnen Facharztes zufrieden geben.

Erfahren Sie hier, wie Sie die richtige Betreuung oder Pflege bei Demenz finden

 

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