Hilfsmittel bei Demenz

Menschen mit beginnender Demenz können ihren Alltag mit entsprechender Unterstützung noch eine ganze Weile selbst bewältigen. Sinnvoll eingesetzte Hilfsmittel erhalten die  Eigenständigkeit, Selbstbestimmung und Selbstachtung. Zudem können sie Gefahren reduzieren. 

Hilfsmittel bei Bewegungsdrang

Erhöhter Bewegungsdrang ist ein typisches Symptom bei Menschen mit Demenz.  Meist ist das Ziel nicht das „Weglaufen“, sondern vielmehr das Hinlaufen zu einem bestimmten Ort, was Außenstehende oft nicht einordnen können. Die Bewegung hat auch positive Effekte: Die Sauerstoffversorgung verbessert sich und durch die körperliche Fitness sinkt das Sturzrisiko. Das Tragen von Hüftprotektoren schützt die Hüftgelenke vor Frakturen bei Stürzen, vor allem, wenn der Patient zusätzlich unter Osteoporose leidet. Gefährliche Situationen entstehen besonders im Dunkeln. Bewegungsmelder, gekoppelt mit einer Lampe oder einem akustischen Signal, helfen, nächtliche Stürze zu vermeiden oder informieren Sie, wenn die erkrankte Person das Haus verlassen will. Ebenso geben spezielle Bewegungsmatten vor dem Bett oder der Eingangstür bei Belastung ein Signal. Ortungssysteme helfen beim Wiederauffinden der erkrankten Person und können in Form einer Uhr, eines Chips im Schuh oder eines Handys mitgeführt werden.

Hilfsmittel zur Beschäftigung 

Menschen mit Demenz benötigen Beschäftigung, damit sie sich nicht langweilen oder grübeln. Orientieren Sie Angebote an Interessen, Beruf oder Hobbys des Erkrankten. Richten Sie in der Wohnung interessante Ecken ein, wo sich Fotoalben, Karten mit Bildern bekannter Gegenstände, ein kleines Memory, Bildbände, Kisten mit Schrauben, Knöpfen oder Papieren zum Sortieren oder Wäsche zum Falten befinden. Musik steigert nachweislich das Wohlbefinden. Testen Sie, ob Ihr Angehöriger mit einem Kassettenrecorder umgehen kann, was häufig leichter fällt als die Bedienung eines CD-Players. Legen Sie wenige Kassetten bereit. Auch passende Filme können eine willkommene Abwechslung sein.
 

Hilfsmittel zur Orientierung 

Menschen mit Demenz leiden oft an Orientierungsproblemen. Dies kann beispielsweise die Tages- oder Jahreszeit oder den Wohnort betreffen. Sorgen Sie für gut lesbare Uhren oder Kalender an häufig aufgesuchten Orten in der Wohnung und für jahreszeitliche Dekorationen wie ein Osterstrauch oder ein Adventskranz. Kennzeichnen Sie Schränke oder Schubladen mit Beschriftungen oder Bildern der enthaltenen Dinge. Für Dekoration oder Inhalt von Schränken gilt die Devise:  „Weniger ist mehr“. Zu viele Gegenstände irritieren und überfordern den Demenzkranken. Beschriftete Fotos von Freunden oder Angehörigen mit Namen und Beziehung zum Erkrankten helfen ihm bei der Wiedererkennung. 

Therapeutische Hilfsmittel 

Mit Fortschreiten der Demenz stellen sich Schwierigkeiten mit den normalen Alltagsaktivitäten ein. So fallen Ankleiden, Waschen, Toilettengang oder Schlucken immer schwerer. Ergotherapeuten können helfen, diese Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten, indem Sie mit dem Erkrankten Alltagsfertigkeiten trainieren. Kleidung und Schuhe mit Gummizug oder Klettverschlüssen erleichtern das selbständige Anziehen. Angedickte Getränke lassen sich besser schlucken und  Warmhalteteller halten Speisen auf Esstemperatur, wenn das Essen länger dauert. Bei Schwierigkeiten beim Wasserhalten helfen Inkontinenzhosen. Diese nehmen abgehenden Urin oder Stuhlgang auf und können wie eine Unterhose an- und ausgezogen werden. Toilettengänge sind dadurch wie gewohnt möglich.
 

Wohnraumanpassungen bei Demenz 

Die Wohnung sollte den Bedürfnissen Demenzkranker angepasst werden. Eine gute Beleuchtung schützt vor Stürzen und beängstigenden, dunklen Ecken. Haltegriffe und Handläufe helfen bei körperlichen Einschränkungen. Bei erhöhtem Bewegungsdrang sollte Platz geschaffen und Stolperfallen entfernt werden. Farbliche Kontraste erhöhen die Aufmerksamkeit, während eintönige Farbgestaltungen Schwierigkeiten beim Erkennen bereiten, zum Beispiel eine weiße Toilette vor weißen Fliesen. Werden nicht benötigte Türen ausgehängt, erleichtert dies Demenzkranken den Überblick. Spezielle Telefone mit großen Tasten oder Fotos neben Speichertasten sind besser zu handhaben und sorgen für Sicherheit. Notwendige Umbaumaßnahmen werden von der Pflegekasse gefördert.

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