Demenz: Was sind die ersten Symptome?

Unterscheidung nach Demenzformen

In unserer Gesellschaft wird Vergesslichkeit meist als Alzheimer-Krankheit interpretiert. Was viele nicht wissen: Es gibt verschiedene Demenzen und Mischformen, bei denen Nervenzellen im Gehirn zerstört werden. Je nach Ursache können die Symptome vor allem zu Beginn recht unterschiedlich sein. Nicht nur Vergesslichkeit, sondern viele andere Warnsymptome deuten auf nachlassende geistige Leistungsfähigkeiten hin. Aber auch das soziale Verhalten des Betroffenen verändert sich früher oder später der Demenzform entsprechend.

Erste Anzeichen für die Alzheimer-Krankheit

Typisch für eine beginnende Alzheimer-Krankheit sind zunehmende Vergesslichkeit, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen sowie Orientierungsprobleme im räumlichen und zeitlichen Alltag. Dazu kommen Sprachprobleme, Wortfindungsstörungen und die Unfähigkeit, Gedanken auszudrücken. Neue Informationen können nicht behalten werden und die Lebensfreude sinkt, da sich der Demenzkranke seiner mangelhaften Leistungen wohl bewusst ist.

Erste Symptome einer vaskulären Demenz

Die vaskuläre Demenz entsteht durch Durchblutungsstörungen in den Gehirngefäßen, sodass die Nervenzellen nicht mehr ausreichend versorgt werden. Eines der ersten Anzeichen dieser Demenzform sind Sprachschwierigkeiten. Auch beim Zuhören und Orientieren tauchen Probleme auf, während das Gedächtnis im Gegensatz zur Alzheimer-Krankheit länger erhalten bleibt. Das Risiko, an einer vaskulären Demenz zu erkranken, erhöht sich bei Menschen, die rauchen, unter unbehandeltem hohen Blutdruck und/oder Diabetes leiden.

Anzeichen für die fronttemporale Demenz

Diese Demenzform, auch Pick-Krankheit genannt, macht sich anders als bei den meisten Demenzen durch unsoziales Verhalten des Betroffenen bemerkbar. Der Erkrankte ist entweder extrem unruhig und aggressiv oder er zieht sich zurück und zeigt keinerlei Interesse an dem, was um ihn herum geschieht, was leicht als Depression interpretiert wird. Manche Betroffene pöbeln herum und machen peinliche Bemerkungen und/oder fangen an zu stehlen, was Schwierigkeiten im sozialen Umfeld verursacht.

Wann zum Arzt?

Für alle Demenz ähnlichen Symptome gilt: so bald wie möglich zum Arzt gehen! Eine Früherkennung ist wichtig, damit die Beschwerden richtig behandelt werden können. Sobald auffällige Veränderungen bei verschiedenen Gedächtnisleistungen oder Verhaltensstörungen auftreten, sollten Sie mit Ihrem Angehörigen zum Arzt, oder noch besser, zu einer Gedächtnisambulanz beziehungsweise in eine Memory-Clinic gehen. Je eher die Ursachen der Symptome geklärt werden und der Betroffene eine Diagnose erhält, umso besser lässt sich die Krankheit hinauszögern.

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