Tipps für pflegende Angehörige: Umgang mit Demenzkranken

Umgang mit Demenzkranken

Im Verlauf von Demenzerkrankungen finden Veränderungen bei den Betroffenen statt, die nicht nur für Sie als Angehörige, sondern auch für die Demenzkranken selbst verwirrend sind. Informieren Sie sich daher gleich zu Beginn der Erkrankung, mit welchen Symptomen Sie rechnen müssen und welche Ursachen dahinterstecken. Wenn Sie sich bewusst machen, welche Fähigkeiten der Demenzkranke einbüßt, fällt es Ihnen sicher leichter, seine Defizite zu akzeptieren. Dies wirkt sich wiederum positiv auf die Gefühle des Patienten aus.

Verhalten von Demenzkranken

Je nach Demenzform stehen bei jedem Demenzkranken unterschiedliche kognitive Störungen im Vordergrund. Daraus entstehen Verhaltensweisen, die nicht der Realität von gesunden Menschen und von der Gesellschaft nur schwer akzeptiert werden. Demenzkranke sind unter anderem oft verwirrt, misstrauisch, aggressiv oder weinerlich, können sich nicht mehr verständlich machen und sich nicht erinnern, wo sie wohnen. Einige machen taktlose Bemerkungen oder beginnen zu stehlen.

Demenzkranke verstehen lernen

Veränderte Verhaltensweisen werden durch zerstörte Nervenzellen im Gehirn verursacht, daher ist der Demenzkranke nicht in der Lage, sie zu beeinflussen oder zu kontrollieren. Dies müssen Sie als Angehörige verstehen lernen. Versuchen Sie nicht, den Betroffenen zu ändern und beschimpfen Sie ihn nicht, auch wenn Sie sich manchmal ärgern. Denken Sie immer daran, dass er nicht anders kann. Informieren Sie sich auch in Demenzforen über die Krankheit aus Sicht der Patienten.

Tipps für den Umgang mit Demenzkranken

Achten Sie nicht so sehr auf die Beeinträchtigungen Ihres Angehörigen, sondern unterstützen Sie vielmehr seine noch vorhandenen Fähigkeiten. Fällt das Kommunizieren mit Worten schwer, ersetzen Sie sie durch liebevolle Gesten. Fördern Sie seine Eigenständigkeit, indem Sie ihm zum Beispiel möglichst wenig bei der Körperpflege helfen. Beziehen Sie den Demenzkranken mit in Ihre sozialen Unternehmungen ein, zum Beispiel einen Kaffeeklatsch. Erklären Sie bei Bedarf, dass Ihr Angehöriger Demenz hat, aber entschuldigen Sie sich nicht dafür.

Entlastung finden

Um sich von der anstrengenden Aufgabe zu entspannen, schaffen Sie sich regelmäßig Freiräume. Engagieren Sie zur Betreuung Ihres pflegebedürftigen Angehörigen so viele Familienmitglieder, Freunde, Nachbarn oder Ehrenamtliche, wie Sie brauchen, vor allem, wenn der Betroffene ein Pflegefall geworden ist. Nutzen Sie freie Stunden, um sich mit Ihren Freunden zu treffen, Ihren Hobbys nachzugehen oder Selbsthilfegruppen zu besuchen, in denen Sie über Ihre Probleme sprechen können.

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