Begutachtung durch den MDK: Tipps zur Vorbereitung

Was ist der MDK?

Wenn Sie einen Pflege-Antrag gestellt haben, sollte der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) innerhalb von fünf Wochen die Begutachtung des Pflegebedürftigen durchführen. Der Begutachtungs-Termin wird dem Antragsteller rechtzeitig schriftlich angekündigt.
Der  MDK ist der pflegerische und medizinische Begutachtungs- und Beratungsdienst der gesetzlichen Pflege- und Krankenversicherung. Der MDK führt sowohl medizinische als auch pflegerische Gutachten durch und berät die gesetzlichen Krankenkassen bei medizinischen Versorgungsfragen. Zusätzlich soll der MDK die Qualität von Pflegeeinrichtungen in Deutschland kontrollieren. Im Rahmen dieser Kontrolle veröffentlicht der MDK Transparenzberichte mit Pflegenoten.

✔ Hinweis:

Am 01.01.2017 tritt das Plegestärkungsgesetz II in Kraft und damit gelten die 5 Pflegegrade. Die Pflegestufen werden somit vollständig von den Pflegegraden ersetzt. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Pflegegrade-Ratgeber

MDK Besuch entscheidend für Pflegestufe

Die Begutachtung durch den MDK ist entscheidend für die Einteilung in eine Pflegestufe und den daraus resultierenden Pflegeleistungen. Da der Besuch durch den MDK nur eine Momentaufnahme sein kann, lohnt es sich, auf diesen sorgfältig vorzubereiten (siehe Pflegeantrag und Pflegetagebuch).

Ablauf einer MDK-Begutachtung

Die MDK-Begutachtung sollte in den Häuslichkeiten des Antragstellers stattfinden. Befindet sich der Pflegebedürftige in einer stationären Einrichtung, findet die Begutachtung dort statt. Bei der Begutachtung muss der gesetzliche Vormund oder die Pflegeperson vertreten sein. Der MDK-Beauftragte führt eine Befragung nach einem festgelegten Gutachten-Formular durch. Zusätzlich stellt MDK-Beauftragte Fragen zum Krankheitsverlauf, nach der Betreuung und untersucht die Alltagskompetenz des Pflegebedürftigen.

Checkliste Vorbereitung Besuch MDK :

Eine gute Vorbereitung auf den Besuch des MDKs lohnt sich auf jeden Fall. Durch die Bereitstellung aller Informationen beschleunigen Sie den Pflege-Antrag und erleichtern die Zuteilung in die richtige Pflegestufe:

  • Pflegeberatung:
    Lassen Sie sich im Vorfeld kompetent beraten! Oft führen fehlende Informationen und eine schlechte Vorbereitung auf den Besuch des MDKs zu einer falschen Einstufung. Ein Pflegeberater kann Sie bei dem MDK-Besuch unterstützen. Mehr Informationen erhalten Sie unter Pflegeberatung

  • Pflegetagebuch:
    Führen Sie mindestens eine Woche vor Besuch des MDKs ein detailliertes Pflegetagebuch. Wie Sie ein Pflegetagebuch richtig führen

  • Aufklärung:
    Besprechen Sie mit dem Pflegebedürftigen den Besuch des MDK und bereiten Sie diesen darauf vor. Viele Pflegebedürftige schämen sich für ihre Hilflosigkeit und versuchen diese zu überspielen. Die betroffene Person sollte sich nicht verstellen, um dadurch mehr Leistungen zu erhalten. Das Personal des MDK ist geschult, solche Ungereimtheiten zu erkennen.

  • Dokumentation:
    Legen Sie Berichte vom Krankenhaus, Arzt, Medikamente oder Rehabilitationseinrichtungen zurecht

  • Pflegedienst:
    Haben Sie bereits einen Pflegedienst? Der Pflegedienst kann ebenfalls einen aussagekräftigen Pflegebericht erstellen.

Was passiert nach dem MDK-Besuch?

Nach dem Begutachtungstermin erstellt der MDK einen Bericht für die Pflegekasse, in dem eine Pflegestufe empfohlen wird. Zusätzlich wird eine Prognose über den Verlauf der Pflegebedürftigkeit erstellt und Maßnahmen zur Verbesserung der Situation und des Krankheitsverlaufs empfohlen.


Tipp: Erst wenn die Pflegekasse das MDK-Gutachten erhält und eine Einstufung in eine Pflegestufe vornimmt oder ablehnt, ergeht ein Bescheid. Gegen diesen können Sie Widerspruch einlegen. (Mehr dazu unter Widerspruch Pflegestufe)

 

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