Diabetes im Alter: Tipps, Ernährung, Leitlinien

Alterskrankheiten

Diabetes wird bei Senioren oft zu spät entdeckt

Solange Diabetes mellitus konsequent behandelt wird, können Komplikationen vermieden werden. Dazu gehört, dass die Erkrankung frühzeitig erkannt wird. Dies ist jedoch bei älteren Menschen schwierig, weil sie kaum durch besondere Symptome auffällt. Etliche Senioren haben jahrelang zu hohe Blutzuckerwerte, die erst überprüft werden, wenn sich Folgeerkrankungen bemerkbar machen, zum Beispiel Nervenschmerzen in den Beinen, Veränderungen an der Netzhaut der Augen oder Herzinfarkte.

Symptome werden falsch gedeutet

Wenn Beschwerden auftreten, werden diese häufig als Alterserscheinung gedeutet. Leiden Sie unter ständigem Harndrang oder Inkontinenz, haben oft Harnwegsinfekte, fühlen sich beim Gehen unsicher, stürzen und sind ständig müde, können dies Anzeichen für einen Diabetes mellitus sein. Sogar Demenzerscheinungen werden durch einen unbehandelten Diabetes ausgelöst. Alle Symptome können gelindert oder beseitigt werden, wenn der Blutzucker richtig eingestellt ist.

Blutzuckerwerte regelmäßig überprüfen lassen

Wenn Sie bereits an chronischen Erkrankungen wie Übergewicht, hohem Blutdruck, Herzbeschwerden und einem gestörten Fettstoffwechsel leiden, kommt es häufig vor, dass auch die Blutzuckerwerte zu hoch sind, daher sollten Sie vom Arzt überprüfen lassen, ob Sie an einem Diabetes mellitus Typ II leiden, der bei betagten Menschen am häufigsten auftritt. Das gemeinsame Auftreten dieser Erkrankungen nennt man auch metabolisches Syndrom.

Ernährung für Senioren mit Diabetes

Die gute Nachricht ist, dass Sie keine spezielle Diät einhalten müssen, wenn Sie unter Diabetes leiden. Lediglich mit zuckerhaltigen Nahrungsmitteln sollten Sie sich zurückhalten, was jedoch auch für gesunde Menschen gilt. Wenn Sie dazu neigen zuzunehmen, sollten Sie Ihre Kalorienzahl langsam senken.
Um Hungerattacken zu vermeiden, reduzieren Sie Ihre Mahlzeiten nicht schlagartig, sondern geben Sie Ihrem Körper Zeit, sich an weniger Nahrung zu gewöhnen. Diese sollte aus einer ausgewogenen Mischkost bestehen, die Ihnen gut schmeckt und die Sie leicht kauen können. Je weniger Sie essen, desto weniger Insulin muss gespritzt werden.

Nicht zu wenig essen!

Hungern dürfen Sie jedoch nicht! Lassen Sie sich von einem kompetenten Ernährungsberater oder von Ihrem Facharzt ausrechnen, wie hoch Ihr Grundbedarf ist. Selbst wenn Sie stark übergewichtig sind und abnehmen möchten, dürfen Sie keinesfalls weniger Kalorien zu sich nehmen, als Sie für die Vitalfunktionen Ihres Körpers brauchen. Außerdem benötigen Sie mit zunehmendem Alter mehr Vitamine und Spurenelemente, die Sie nur mit ausreichenden Mahlzeiten bekommen. Insgesamt sollte Ihre Ernährung aus etwa 50 % Kohlenhydrate, 35 % und 15 % Eiweiß bestehen.

Tipps für Probleme beim Essen

Wenn Sie Probleme mit dem Kauen oder Schlucken haben, müssen Sie nicht auf Ihre Lieblingsspeisen verzichten. Zerkleinern oder pürieren Sie Fleisch, Fisch, Gemüse und Kartoffeln sowie Nudeln und vermischen Sie die Bestandteile gegebenenfalls mit Soße, damit sie besser rutschen. Auch rohes Obst und Gemüse sollten Sie nicht liegen lassen, sondern fein gerieben genießen.
Hat sich Ihr Geschmackssinn verändert, experimentieren Sie mit Gewürzen, um Ihren Appetit anzuregen. So können Sie geriebenes Obst je nach Vorliebe zum Beispiel mit Zimt oder Vanille ergänzen. Gekochte Speisen reichern Sie mit aromatischen Kräutern an, die Sie zum Essen animieren. Brot können Sie in Kaffee, Tee oder Milch einweichen.

Ausreichend trinken

Auf Ihrem Speiseplan sollte auch öfter mal eine Suppe stehen. Sie lässt sich leicht schlucken und liefert gleichzeitig viel Flüssigkeit. Zu jeder Mahlzeit und zwischendurch sollten Sie regelmäßig ungezuckerte Getränke zu sich nehmen, auch wenn sie keinen Durst haben. Falls Sie das Trinken immer wieder vergessen, stellen Sie sich einen Wecker, der Sie daran erinnert.

Leitlinien für die Therapie einer Diabeteserkrankung im Alter

Speziell für betagte und hochbetagte Menschen hat die Deutsche Diabetesgesellschaft Leitlinien für eine optimale Diabetestherapie zusammengestellt. Diese sollten jedoch lediglich Anhaltspunkte für die Behandlung geben, denn viele Senioren sind nicht mehr so leistungsfähig, da sie unter mehreren Erkrankungen leiden und/oder pflegebedürftig sind. Unter diesen Umständen sind manche Bestandteile der Leitlinien nicht immer umsetzbar. Vielmehr sollte es Ziel einer Diabetestherapie sein, die Lebensqualität des Betroffenen zu verbessern. Wenn sich der Mensch wieder leichter selbst helfen kann, Folgeerkrankungen vermieden und Alterssymptome reduziert werden, ist schon viel gewonnen.

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