Hörverlust im Alter erkennen und vorbeugen

Ursachen für Hörverlust im Alter

Wenn keine speziellen Erkrankungen vorliegen, wird eine Schwerhörigkeit bei älteren Menschen durch normale Altersvorgänge verursacht. Sinneszellen, Hörnerv und Gehirnbereiche, die für das Hören verantwortlich sind, werden beeinträchtigt und führen bei etwa jedem fünften Senior zu Hörverlusten. Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis) wird zudem durch Herzkreislauf- sowie Stoffwechselerkrankungen, Medikamente, Umweltgifte und Lärmbelastung begünstigt.

Vorsorge: Gehör schützen

Alle Grunderkrankungen, die auch die Hörleistung reduzieren können, sollten sorgfältig behandelt und regelmäßig überprüft werden. Verschlechtert sich Ihr Hörsinn auffällig nach der Einnahme eines neuen Medikaments, machen Sie Ihren Arzt darauf aufmerksam und lassen Sie sich gegebenenfalls ein anderes Arzneimittel verschreiben. Stellen Sie möglichst bald das Rauchen ein und genießen Sie Alkohol nur in Maßen. Schützen Sie Ihre Ohren gegen Lärm, indem Sie Ohrenstöpsel verwenden, wenn Sie eine Veranstaltung besuchen, die sehr laut ist, und drehen Sie auch zu Hause die Lautsprecher und Kopfhörer nicht auf volle Lautstärke. Gönnen Sie Ihren Ohren zwischendurch immer wieder ein wenig Stille.

Was ist ein Hörtest?

Mithilfe verschiedener subjektiver und objektiver Testverfahren kann die Hörfähigkeit vielschichtig überprüft werden. Der Arzt kann zum einen die Hörweite, Schallleitung, Schallempfindung und das Hörverhalten in allen Frequenzbereichen testen. Da manche Menschen nicht in der Lage sind, aktiv an diesen Untersuchungen teilzunehmen, ermöglichen objektive Hörtests ebenfalls eine Darstellung der Hörleistungen. Dabei wird die elektrische Reaktion bestimmter Hirnregionen gemessen, während man über Kopfhörer Klickgeräusche wahrnimmt.

Weiterhin kann mit entsprechenden Instrumenten die Funktion des Innenohrs, der Druck im Mittelohr und der Reflex des Mittelohrmuskels untersucht werden. So kann der Facharzt die Ursache, die Art und Schwere eines Hörschadens sowie den Ort der Hörstörung ermitteln.

Hörgerät so früh wie möglich

Schwerhörigkeit führt nicht nur zu sozialen und kommunikativen Schwierigkeiten. Sie verändert auch das Hörverhalten, weil das Gehirn nicht mehr alle Signale bekommt. Wichtige und unwichtige Informationen können nicht auseinandergehalten werden, was psychische und psychosomatische Beschwerden zu Folge haben kann. Wird so früh wie möglich ein Hörgerät verwendet, können sich diese Probleme gar nicht erst manifestieren. Auch der Umgang mit der Hörhilfe fällt leichter, wenn man noch nicht verlernt hat, dass Umwelt- und Nebengeräusche normal sind.

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