Rehabilitation im Alter

Pflegefall vermeiden

Seit 2007 haben alle Senioren ab 70 Jahren das Recht, an einer Rehabilitation teilzunehmen. Dies gilt nicht nur für Menschen, die eine Operation hinter sich haben oder chronisch krank sind. Rehas sind auch als Vorbeugung gedacht, damit Sie möglichst lange selbstständig bleiben können und eine Pflegebedürftigkeit vermeiden.

Da viele Senioren bereits mit einigen gesundheitlichen Einschränkungen leben müssen, brauchen sie eine spezielle Form der Rehabilitation. Bedingung für eine Rehabilitation ist, dass Sie in der Lage sind, daran teilzunehmen.

Rehabilitation beantragen

Bevor sie eine Rehabilitation von Ihrem Arzt beantragen lassen, sollten Sie mit ihm besprechen, welche Form für Sie am besten geeignet ist. Bei einer stationären Reha können Sie sich ganz auf Ihre Anwendungen und Gespräche konzentrieren, ohne sich um Ihren Haushalt kümmern zu müssen. Außerdem tut ein räumlicher Abstand zum gewohnten Umfeld manchmal ganz gut.

Wenn Sie nur eine Erkrankung haben, wird Ihnen der Arzt eine indikationsspezifische Rehabilitation vorschlagen. Sollten Sie unter mehreren Krankheiten und Beschwerden leiden, ist eine geriatrische Reha sinnvoller. Sie wird ungern verschrieben und bezahlt, weil sie erheblich teurer ist. Dennoch sollten Sie darauf bestehen, um einer Pflegebedürftigkeit vorzubeugen. Holen Sie sich bei Bedarf Unterstützung vom Sozialdienst der Klinik oder beim Sozialverband der VdK.

Ambulante Rehabilitation

Eine ambulante Rehabilitation ist als ergänzende Maßnahme zu verstehen, die zunächst stationär beginnt und nach einer Stabilisierungsphase zu Hause weitergeführt wird. Der Vorteil besteht darin, dass Sie die notwendigen Therapien in Ihrem Alltag erproben und langfristig einbauen können. Der Hausarzt verordnet die notwendigen Sport- und Bewegungsprogramme sowie andere Behandlungen nach den Empfehlungen der stationären Reha-Ärzte.

Geriatrische Rehabilitation

Im Gegensatz zur indikationsspezifischen Reha ist die geriatrische speziell für Menschen ab 70 vorgesehen und soll mehrere Krankheiten und Beschwerden reduzieren oder lindern. Dazu werden auch die Angehörigen mit einbezogen. Außerdem werden Sie nach der Reha weiterhin unterstützt, falls dies notwendig ist.

Mithilfe von Physio-, Sport- und Ergotherapie werden Kraft, Koordination und Beweglichkeit gefördert. Auch Alltagsaktivitäten werden trainiert, damit Sie wieder allein zurechtkommen. Bei bestimmten Erkrankungen werden zudem Logopäden und Psychologen hinzugezogen, zum Beispiel nach einem Schlaganfall. So können alle gesundheitlichen Probleme umfassend behandelt werden.

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