Sucht im Alter

Suchtprobleme im Alter sind keine Seltenheit:

Suchtprobleme sind bei Menschen im Seniorenalter keine Seltenheit mehr. Vor allem Medikamente und Alkohol gehören zu den Suchtmitteln, die im Alter häufiger zu Problemen führen. Fast jeder zehnte über 60-Jährige weist mittlerweile einen missbräuchlichen Konsum von Tabletten oder Alkohol auf: Tendenz steigend. Da es – bedingt durch den demographischen Wandel – immer mehr ältere Menschen gibt, nimmt auch die Zahl der Suchtkranken in dieser Generation ständig zu. 

Alkoholsucht

Alkoholkonsum gehört für viele Menschen zum genussvollen Leben dazu und ist oft eine über viele Jahre gepflegte Gewohnheit. Mit zunehmendem Alter steigt dabei allerdings das Risiko abhängig zu werden. Die Gründe dafür sind sowohl körperlicher als auch psychischer Natur. Aus körperlicher Sicht führt der Alterungsprozess dazu, dass alkoholische Getränke schlechter vertragen werden und der Suchtstoff langsamer abgebaut wird. In Kombination mit Medikamenten, die Senioren häufig einnehmen müssen, ist die Gefahr besonders groß in eine Abhängigkeit zu geraten. Auf der anderen Seite spielen persönliche Gründe oft eine Rolle, wenn Menschen im Alter alkoholsüchtig werden: Der Eintritt ins Rentenalter, der Verlust des Partners oder das Älterwerden selbst sind typische Ursachen für einen missbräuchlichen Alkoholkonsum. 
 

Medikamentensucht

Die Abhängigkeit von Tabletten gehört zu den häufigsten und zugleich am wenigsten wahrgenommenen Suchterkrankungen bei über 60-Jährigen. Viele Ältere müssen auf Grund von chronischen Leiden oder altersbedingten Erkrankungen Medikamente nehmen – der Weg in die Abhängigkeit ist dann oft nicht weit. Insbesondere Schlaf- und Schmerzmittel können eine Suchtproblematik hervorrufen, wenn sie über einen längeren Zeitraum regelmäßig eingenommen werden. Auch weniger starke Medikamente wie Abführmittel oder Nasenspray können auf Dauer abhängig machen. Da Tabletten fast immer zum Alltag der älteren Generation gehören, ist hier besonders schwierig zwischen notwendiger Medikation und einer Suchterkrankung zu unterscheiden.

Woran erkenne ich eine Suchtgefährdung?

Eine Suchterkrankung bei älteren Angehörigen zu erkennen ist schwer – viele Abhängige schämen sich dafür und versuchen mit allen Mitteln zu vermeiden, dass ihre Sucht entdeckt wird. Anderen ist selbst nicht bewusst, dass sie ein Suchtproblem haben. Oft wird das Suchtverhalten verharmlost und Begleiterscheinungen der Abhängigkeit werden für Nebenwirkungen von Medikamenten gehalten. Dennoch gibt es einige Aspekte, die aufhorchen lassen sollten. Typische Anzeichen für eine Suchterkrankung sind häufige Stimmungswechsel, starke Müdigkeit und zwanghaftes Verhalten. Häufig wird versucht, den Konsum zu verheimlichen: zum Beispiel durch heimliches Trinken oder Verstecken der Tabletten. Wenn der Verdacht besteht, dass ein Angehöriger oder Bekannter in eine Abhängigkeit geraten ist, sollte in jedem Fall eine Suchtberatungsstelle aufgesucht werden, um Klarheit zu gewinnen und Hilfe zu suchen.

 


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