Einsamkeit im Alter

Statistiken zur Einsamkeit im Alter

Da es heute kaum noch Familien gibt, deren Generationen unter einem Dach wohnen, bleiben viele Menschen im Alter allein. Fast die Hälfte aller Frauen über 65 Jahre führt einen eigenen Haushalt, während unter den gleichaltrigen Männern nur etwa ein Fünftel allein lebt. Ab dem 85. Lebensjahr sind sogar drei von vier Frauen allein, jedoch nur einer von drei Männern, so das Ergebnis einer Umfrage des Statistischen Bundesamts im Jahr 2009. Bis 2030 soll die Zahl der Einzelhaushalte auf 80 Prozent steigen, davon werden mindestens 40 Prozent über 60 Jahre alt sein.

Ursachen von Einsamkeit

Wer im Alter plötzlich allein dasteht, weil der Partner gestorben ist oder sich getrennt hat, fühlt sich schnell isoliert, besonders wenn andere Familienmitglieder weit entfernt wohnen oder durch einen hektischen Arbeitsalltag wenig Zeit für gemeinsame Unternehmungen haben.

Weitere Gründe für Einsamkeit bestehen in Einschränkungen durch Krankheiten, Pflegebedürftigkeit oder Behinderungen. Hier fehlt häufig die Fähigkeit oder Energie, sich mit Freunden zu treffen oder sogar neue Kontakte zu knüpfen.

Das Gefühl der Einsamkeit entsteht jedoch nicht immer durch ein fehlendes soziales Umfeld. Es kann auch durch mangelndes Interesse an Begegnungen, Angst vor neuen Bindungen oder durch Antriebslosigkeit verursacht werden.

Folgen von Einsamkeit

Einsamkeit verursacht bei vielen Menschen depressive Verstimmungen. Die Folge ist, dass sie dann erst recht keine Impulse mehr verspüren, Kontakte aufleben zu lassen oder neue Wege zu finden, Bekanntschaften zu schließen. Nicht selten sehen einsame Senioren keinen Sinn mehr im Leben und wollen es beenden. Menschen, die keine Familie oder Freunde haben und zum Beispiel in einem großen, anonymen Wohnblock leben, werden oft noch nicht einmal vermisst. Wenn dann auch die Nachbarn kein Verantwortungsgefühl besitzen, kann es passieren, dass jemand daheim stirbt, ohne dass es bemerkt wird.

Einsamkeit im Altern verhindern

Wenn Sie selbst allein leben, können Sie eine Reihe von Angeboten nutzen, um der Einsamkeit entgegenzuwirken. Pflegen Sie Freund- und Bekanntschaften und treffen Sie sich zu gemeinsamen Unternehmungen. Wenn Ihre Freunde nicht in Ihrer Nähe wohnen, besuchen Sie zum Beispiel einen Kurs an der Volkshochschule, wo Sie neue Gleichgesinnte finden können.

Auch eine Veränderung Ihrer Wohnsituation könnte Ihnen helfen, mehr Kontakte zu finden: Vielleicht gibt es in Ihrer Umgebung sogenannte Mehrgenerationenhäuser, die darauf ausgelegt sind, Menschen aller Altersgruppen zu verbinden.

Möglicherweise fühlen Sie sich in einer Senioren-WG besser aufgehoben als allein in Ihrer Wohnung. Besuchen Sie doch einmal eine solche Wohngemeinschaft, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Auch wenn Sie pflegebedürftig und / oder an Demenz erkrankt sind, können Sie in einer speziellen WG unterkommen und werden dort von Ihrem Pflegedienst versorgt, leben aber nicht allein.

Über das Internet können Sie ebenfalls nette Kontakte finden. Es gibt viele seriöse Plattformen, auf denen Sie sich mit anderen Menschen über Ihre Interessen unterhalten können, zum Beispiel über Kunst, Tiere, Handarbeiten u. v. m. Das ist besonders praktisch, wenn Sie gesundheitlich eingeschränkt sind, sodass Sie nicht so viel unterwegs sein können.

Wenn Sie noch gesund sind, können Sie in einem Ehrenamt Erfüllung finden und kommen gleichzeitig mit Menschen in Kontakt. Ob Sie in einem Tierheim helfen, andere Senioren besuchen oder Reparaturen für sie ausführen, Schülern Nachhilfe geben oder Computerkurse geben, hängt von Ihren Fähigkeiten und Interessen ab.



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