Senioren im Internet

"Silver Surfer"

Computer und Internet sind für die meisten Menschen aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken: Mehr als drei Viertel der Deutschen surfen mittlerweile regelmäßig im Internet und verbringen einen großen Teil ihrer Zeit online. Auch die ältere Generation findet zunehmend Gefallen am digitalen Leben – die Zahl der sogenannten „Silversurfer“ steigt seit einigen Jahren deutlich schneller als bei allen anderen Altersgruppen. Kein Wunder, schließlich bietet das Internet gerade Senioren eine Vielzahl neuer Möglichkeiten aktiv an allen Bereichen des Lebens teilzunehmen. 2010 gingen überhaupt erst gut ein Viertel der über 60-Jährigen ins Netz. Laut der neuesten ARD/ZDF-Onlinestudie 2012 sind es jetzt schon 62,7 Prozent. Keine Altersgruppe wuchs im Netz schneller als die der Senioren. 

Mitten im Leben dank Internet

Mit E-Mails und Video-Telefonie lässt sich der Kontakt zur weit verstreuten Familie problemlos pflegen, Onlinebanking und Einkaufen im Internet erspart mühsame Wege und über soziale Netzwerke entstehen im heimischen Wohnzimmer neue Bekanntschaften – die Vorteile der Internetnutzung liegen besonders für ältere Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit auf der Hand. Auch als Informationsquelle für aktuelle Ereignisse und lokale Veranstaltungen ist das Netz hilfreich und interessant. Etliche Ratgeberseiten, Bildungs- und Unterhaltungsangebote  bringen Abwechslung in den Alltag und eröffnen der Generation 50+ ganz neue Erfahrungswelten.
 

Erste Schritte ins Netz

Anders als die jüngeren Generationen begeben sich Senioren im Internet in der Regel auf völlig unbekanntes Terrain – die Berührungsängste sind oft vor allem zu Beginn recht groß. Es lohnt sich aber dran zu bleiben und Schritt für Schritt in die digitale Welt einzutauchen. Was sollten Sie beim Einstieg ins Internet beachten? Lassen Sie sich von Familienmitgliedern oder Bekannten unterstützen, die bereits Erfahrung mit der Materie haben. Sicher gibt es in Ihrer Umgebung hilfsbereite Menschen, die Ihnen gern beim Kauf des Computers und der Auswahl eines geeigneten Internet-Anschlusses behilflich sind. Informieren Sie sich vorab über die Anschaffungskosten für einen PC und die laufenden Kosten, die für die Internet-Verbindung auf Sie zukommen. Eine gute Übersicht verschiedener Tarife gibt es auf verschiedenen Vergleichsseiten im Internet.

Computerkurse erleichtern Einstieg

Wenn die technischen Voraussetzungen stimmen, steht dem Gang ins Internet nichts mehr im Wege. Für den Anfang empfiehlt es sich, einen Computer- oder Internetkurs speziell für Senioren zu absolvieren. Diese werden in Volkshochschulen, Seniorentreffs oder von Privatpersonen angeboten. Auch verschiedene Ratgeber und Bücher zum Thema „Computer und Internet“ helfen dabei, sich in der digitalen Umgebung zurechtzufinden. Sind die ersten Schritte erst einmal getan, ist es innerhalb kürzester Zeit möglich, sicher im Internet zu surfen und E-Mails zu versenden. Alles andere können Sie sich nach und nach aneignen. Hier gilt vor allem: Übung macht den Meister.

Sicherheit für Senioren im Internet

Viele Senioren begehen mit den ersten Schritten im Internet schon entscheidende Fehler: Sie surfen ohne Virenprogramm, benutzen die Standardeinstellungen des gekauften PCs oder klicken eher auf gefährliche Werbe-Banner. Bevor Senioren die ersten Schritte ins Internet wagen, sollten diese sich bei den Einstellungen von Virenscanner und Co. helfen lassen. In der Regel verwenden Senioren zum Surfen auch den vorinstallierten Internet Explorer – der Browser der aufgrund seiner Popularität  am meisten von Schadsoftware angegriffen wird. Oft erhöht ein Browser-Wechsel deutlich die Sicherheit. Die ersten Surfstunden im Alter sollten auf jeden Fall mit einem erfahren Surfer erfolgen.

Mobile Senioren: Smartphones& Tablet

Bisher verfügen nur etwa 65 Prozent aller Senioren über ein Handy oder Smartphone. Aktuelle Smartphones und Tablets sind wie gemacht für alte Menschen. Diese Geräte lassen sich intuitiv bedienen und können so auch von Menschen bedient werden, die mit Computern keine Erfahrung haben. Tablets finden sogar zunehmend Verwendung in der Altenpflege. Gerade für Menschen mit Demenz kann ein Tablet wie das iPad eine anregende Beschäftigung sein. Auch hier gilt es den passenden Tarif zu finden. Senioren sind meist „Wenigtelfonierer“. Deshalb eignen sich für diese Senioren besonders Prepaid-Karten, welche es günstig auch im Einzelhandel und im Discounter gibt. Vorteil hierbei ist, dass Senioren die volle Kostenkontrolle haben. So einfach die Bedienung eines Smartphones oder Tablets auch ist, gibt es dennoch eine große Einstiegshürde für Internet-Neulinge. Notwendig  für ein Smartphone oder ein Tablet ist eine hauseigene drahtlose Internetverbindung und eine E-Mail-Adresse. 

Spezielle Internetseiten für Senioren

Mittlerweile gibt es im Internet ein riesiges Angebot von Seiten und Portalen, die sich besonders an die älteren Internetnutzer richten. So gibt es ein großes Angebot an sozialen Netzwerken und Internetportalen, die sich speziell an die Zielgruppe 50+ wenden. Für viele "Best Ager" sind spezielle Senioren-Communitys bisher uninteressant. Sie gehen lieber dort hin, wo auch ihre Kinder und Enkel sind. Laut einer neuen Studie der BITKOM sind rund 40 Prozent aller "Silver Surfer" (Senioren zwischen 65 und 75 Jahren) bei Facebook angemeldet.  Ursprünglich als Partnerbörse gestartet bietet der 50plus-Treff (www.50plus-treff.de) neben regionalen Gruppen und Foren für Senioren viele Möglichkeiten Gleichgesinnte kennenzulernen. Das älteste Netzwerk für Senioren mit den meisten Mitgliedern ist sie Feierabend-Community (http://www.feierabend.de/). Bisher konnte sich noch keine Community so richtig durchsetzen. Das neues Seniorennetzwerk Seniorbook möchte zur neuen Heimat für Senioren werden. Seniorbook wendet sich konsequent an erwachsene Menschen, die Lebenserfahrung und Wissen mit anderen teilen wollen. 
 

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